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Der
Legende nach wurde die Marienkapelle bereits von christlichen Söldnern der römischen
Besatzung in Antenring erbaut und blieb lange von Gewalttaten und Verwüstungen
verschont. Als sich aber Verbrechen
und Raubüberfälle auf fromme Wallfahrer häuften, konnte die Gottesmutter
soviel Unrecht nicht länger mit ansehen und entfloh. Engel des Himmels trugen
ihr die Kirche mit Gnadenbild und Frauenglöckerl hinterher. Sie machten dabei
Rast auf dem Frauenfleck in den Feldern von Alburg, in Frauenbrünndl bei
Straubing und zuletzt an der so genannten Schiffsbreite bei Kagers, wo sie die
Kirche auf ein Schiff verluden und über die Donau setzten. Nachts wurde das
Gotteshaus dann in Sossau abgestellt und am Morgen verkündete das Frauenglöckerl
mit dem Englischen Gruß das vollbrachte Wunder.
Soweit
die bekannte Überlieferung.
Im
Lauf der Zeit war man immer wieder bestrebt, den Wahrheitsgehalt der Legende zu
finden. So ließ im Jahre 1736 der spätere Kaiser Karl VII., Kurfürst
Karl Albrecht, in Gegenwart der Obrigkeit die Kirche untersuchen. Als sich kein
Fundament fand, entstand eben der Vergleich mit der Wallfahrtskirche Loretto.
Eine
weitere Episode erzählt eine in Eisen gefasste Steinplatte, welche in der
angebauten Nothelferkapelle aufbewahrt wird. Die Legende sagt, dass es sich
dabei um einen Baustein handelt, welcher beim Transport der Kirche verloren
wurde.
Die
Inschrift der darunter hängenden Tafel lautet:
„Carolus Sartor einstmahliger Fischer zu
Kagers hatte disen Stein in dem ohnweit davon entlegenen acker der sogenanten
Schif-braiten gefundten, mit selben dan seine Fisch-Reüssen besencket;
alleinig, obwohlen vorhin im Fischfang sehr glicklich, doch nu das mindiste
Fischlein fangen könen, solang der Stein in der Reüssen ware.
Demnach
hierüber erzörnet, wollte er solchen in das wasser werffen, von seinem Weib
aber abgehalten, namme er selben mit sich nach hauß, willens, mitler Zeit zu
einen thürschwelle zu gebrauchen; da er nun den Stein zu diesem ende hernemmen
wolte, kunte er selben nirgents findten; den doch nach vollendteten bau das Söhnlein
Caroli an den nemblichen orth ligend ersehen, wohin ihne der Vatter vohrmahls
gelegt und doch vergebens gesuecht hatte.
Er
liesse ihne dan zur maur des Stalls anwendten, aber vergebens; es blibe an
selben kein mertl kleben, obschon solcher zum fünfften mahl angeworffen wurde.
Hiervon
den widerum abgenommen solte er Carolo zu ein Feuhertstein im ofen dienen,
worauf aber das feur so ungestim wüettete, das er selben auch widerum heraus zu
thuen gezwungen war. Letzlich legte er ihn unter ein krauthvaß, selbes
hiemit zu befestigen, welches aber hierauf nu mehr und mehr wancklete.
Bis
endlichen Carolus in bedenckung so widriger Umständ´ den Stein aufgehoben und
solchen anno 1624 nach Sossau, in sein glaublich altes Orth anhero überbracht,
auch all obige umständ in beysein hierzu erbettner Herrn Geistlichen als des
Hochwürden Herrn Andreas Praun, Pfarrer von Kirchroth, den Georgen Schreibers
und Hannsen Maur an Eydstatt ausgesagt hatte.“
Karl
der Fischer, fand also den Stein in der Schiffsbreiten und hat damit seine Reuse
beschwert. Als er darauf keinen Fisch mehr fing, wollte er besagten Stein
wutentbrannt in die Donau werfen. Auf Zureden seiner Frau nahm er ihn aber dann
aber doch mit nach Hause, um ihn bei Gelegenheit als Türschwelle einzubauen.
Als der Stein dann benötigt wurde, war er nirgends zu finden. Nach vollendetem
Bau fand ihn der Sohn an genau jener Stelle, wo er vom Vater ehedem hinterlegt
und anschließend vergeblich gesucht wurde. Eine Verwendung an der Stallmauer
war ebenso erfolglos, es blieb daran kein Mörtel haften. Als Feuerstein im Ofen
eingesetzt, wütete das Feuer so ungestüm und Furcht erregend, dass er auch
hier wieder entnommen und schließlich als Unterlage für ein Krautfass dienen
sollte. Jedoch, das Fass wackelte mehr den je. Nach Erleuchtung nahm Karl den
Stein mit zur Kirche und siehe da: hier fand sich genau die Lücke, in die er
sich bündig einfügte.

In
Franz Bernhards „Geschichte eines Dorfes – Taimering“ findet sich
unter anderem ein Artikel von Josef Fendl:
Schiffbruch
Taimeringer Bauern auf der Donau
Ein
Votivbild in der Wallfahrtskirche Sossau erinnert daran
Taimering.
Unter dem Rest des einstmals reichen Bestandes an Votivbildern, der in der früher
viel besuchten Wallfahrtskirche Sossau bei Straubing übriggeblieben ist, findet sich eine
bemerkenswerte Tafel aus dem Jahr 1742.
Die
bildliche Darstellung zeigt vor der turmreichen Kulisse der Gäubodenstadt
Straubing fünf Männer, die unter großer Kraftanstrengung versuchen, die
Ladung zweier in der Donau abgesackten Boote an Land zu ziehen. Einige Säcke
liegen bereits am Ufer geborgen.
Auf
der linken Bildhälfte ist über der Bergungsgruppe die Wallfahrtskirche Sossau
zu sehen, rechts wurde die Pfarrkirche Taimering verhältnismäßig nahe an den
Strom heran gerückt. Über der Donaubrücke im Hintergrund ist der „mons
sacer“ Niederbayerns zu erkennen: Der Bogenberg mit der ältesten
Marienwallfahrtskirche Bayerns. In der Ferne lassen sich die Bergkuppen des
Vorderen Bayerischen Waldes ausmachen.
Das
Ereignis, das zur Stiftung des Votivbildes Anlass gab ist in drei (auch
orthographisch interessanten) Textzeilen am unteren Bildrand zusammengefasst:
,,Es haben sich her verlobt dise 3 Pauren von Daumerin georg weinziel iosePh gänger
georg Perle Ist ihnen ein ganzes scheff fol Drait undergangen auf der taunau
durch die hielf der alerseligise muter gottes glichtlich heraus komen one
schatten. anno 1742“.
Drei
Taimeringer Bauern wollten also zwei Schiffsladungen Getreide nach Straubing
transportieren und erlitten dabei - nautischer Regeln unkundig - Schiffbruch. In
ihrer höchsten Not verlobten sie sich zur Muttergottes von Sossau - und kamen
mit dem Schrecken davon. Es ist durchaus möglich, dass die Nachfahren jener
schiffbrüchigen Bauern heute noch in Taimering leben.
Josef
Fendl
Anm :
mons sacer: lat.:« der
Heilige Berg »
Wie sich die Nachfahren dieser drei Bauern
in der Gegend um Taimering weiter verbreiteten wurde
bisher noch nicht restlos erforscht. Eine der vielen Nachfahrenlinien führt
jedenfalls über Umwege nach Teugn: Georg Weinzierl ist ein direkter Vorfahr
unserer Familie, Josef Gänger dessen Schwiegersohn.
A.
Weinzierl
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