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Ein
Militärausweis meines Großvaters aus dem Jahre 1898, der Ahnenpass des
Vaters, die dauernden Hinweise auf „weitschichtige Verwandte“, wenn
man bei Familienfeiern, noch mehr bei Trauerfeiern ins Gespräch kommt.
Auskünfte in den Heimatbüchern, wonach unter unseren Vorfahren
Gutsbesitzer, Gemeindevorsteher und Geschichtsschreiber waren, Überlieferung
und Familiensaga, Mutmaßungen und Namensverwandtschaften weisen auf Künstler
und Stuckateure, sogar auf eine Verbindung zu Graf Luckner im
Sippenverband. 
Über viele
Jahrzehnte, sogar Jahrhunderte, haben sich oft nur mündliche Überlieferungen
erhalten, die sich im Lauf der Zeit natürlich mehr und mehr mit Mythen
behaften. Die immer wieder in Frage gestellte Verwandtschaft zum Grafen
Luckner ist übrigens mittlerweile belegt.
Aber: war es
tatsächlich ein Urgroßonkel, der angeblich bei einem der napoleonischen
Feldzüge als Soldat in Wien geblieben und dort ansässig geworden sein
soll? Was war das eigentlich für ein Krieg, den der Altgroßvater als
Augenzeuge so wortgewaltig und ausschmückend, zum Teil in Metapher
beschrieb? Heute finden sich in unserer Gegend leider nur noch sehr dürftige
Hinweise auf die napoleonischen Kriege. Als „Scharmützel“, wird oft
das Aufeinandertreffen von Bayern, Franzosen und Österreichern in unseren
Fluren im April des Jahre 1809 verniedlicht, bei dem innerhalb weniger
Tage tausende von Soldaten starben.
Wie ist nun
eigentlich die Alturgroßmutter aus dem Leben geschieden?
Die Wurzeln
der Lodermeiers in den USA sind in der Pfarrei Teugn zu finden.
Verdrossen von hiesigem Recht und Gesetz entschließt sich Simon
Lodermeier im Jahre 1850 mit seiner Verlobten nach Nordamerika
auszuwandern. Grund: „Hoffnung auf leichter Ansässigmachung und
Verehelichung“. Für Johann Weinzierl, der im Jahre 1852 mit seiner Frau
und sieben Kindern von Hofdorf nach Amerika auswandert, dürfte der
Ausschlag für die sprichwörtliche Heimatflucht möglicherweise in der
erdrückenden Last der Schulden zu suchen sein, die sich durch Erbschaft des Anwesens, den damit behafteten Schulden und staatlich
aufgezwungener Verbindlichkeiten ergeben haben.
Vor den Toren
Straubings liegt die Wallfahrtskirche Sossau. Geläufig ist die Legende
vom wundersamen Transfer der Kirche. Über den verlorenen Stein und dem
Schiffbruch Taimeringer Bauern ist weniger bekannt.
Begebenheiten
aus der jüngsten Vergangenheit, Änderungen in der Bebauung des Orts,
aufgelassene Höfe, sogar Dörfer sind in Vergessenheit geraten. Begriffe
und Begebenheiten die den Älteren noch recht geläufig sind, lösen bei
den Enkelkindern oft Staunen aus.
Wo genau lag
der Höchahof in Teugn, das Holzhaus in Saalhaupt? Die Hofmark Gitting?
Wasenmeistereien, Kalk- und Ziegelbrennereien? Wohin führt eigentlich die
Burgstraß? Die Hallertau - ein ehemaliges Weinbaugebiet? Quarzsand,
Rohstoff für die Glashütte, wurde von Hausen nach Rothenbügl bei
Painten gekarrt. Weber gab es in Teugn, Binder, Kufer und Pechler, – der
Begriff Berufsehre wurde in unserer heutigen vom Management beherrschten
Welt mittlerweile eliminiert. Und das alles ohne Workshop und
Brainstorming. Schade, dass die Jungen mit der Sprache der Alten nichts
mehr anfangen können … oder wollen …
Klar, das
liegt alles weit zurück! Dann nimm doch bitte das Foto der
Hochzeitsgesellschaft anlässlich der
Vermählung Deiner Eltern zur Hand und stell mir die einzelnen
Personen vor. Wenn
Du die Vor- und Zunamen Deiner Eltern und Großeltern weißt, hast Du 6
Ahnen. Wie klappt es mit den Urgroßeltern? – Dann sind´s schon 14. Und
wer sind übrigens die nächsten Verwandten auf dem Foto?
Einstieg in
die Genealogie
Um einigermaßen
Licht ins Dunkel zu bringen, habe ich zunächst begonnen, meine Mutter
eingehend zu befragen. Ihr Rat ist immer noch hoch begehrt. Es wurden
weitere Verwandte befragt, Sterbebilder gesammelt und ausgewertet. Das
Internet bietet in zunehmendem Maß ideale Hilfe. Von der Webseite der Mormonen
habe ich mir schließlich das Softwarepaket PAF (Personal Ancestral File®
- Freeware!) per Download geholt. Mit einem kleinem Zusatzprogramm, „PAF
Companion“ (englischsprachig) kann man recht passable Druckausgaben von
Vor- und Nachfahrentafeln erstellen.
Seit Anfang
des Jahres 2000 bin ich Mitglied im Bayerischen
Landesverein für Familienkunde, Bezirksgruppe Oberpfalz. Die
regelmäßigen Treffen an den Forscherstammtischen
(z.B. in Maierhofen, Pfeffenhausen, Regen, Regensburg, Straubing und in Wackerstein)
vermitteln jedem Einsteiger das nötige Grundwissen und bieten
reichhaltigen Erfahrungsaustausch auch für die Profis.
Natürlich
gibt es auch den „virtuellen Stammtisch“ im Internet in Form von
Mailinglisten (für Bayern die BAVARIA-L)
oder jeden Freitag ab ca. 21:00 im Genealogenchat.
Seit 2006 auch Mitglied
im
Verein für Computergenealogie.
Meine
Hauptforschungsgebiete erstrecken sich vorrangig auf unser Heimatdorf
Teugn und dessen Umgebung, auf den Gäuboden, sowie auf den Bayerischen
Wald und die Hallertau.
Andreas Weinzierl

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